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Tour 2010



Tour 2010 - Radtour Bad Schandau - Hamburg (713 km)






Ich habe lange über die Strecke in diesem Jahr nachgedacht. Da ich 2009 keine Tour machen konnte, sollte es 2010  wieder eine lange Radtour sein.
Den Plan, die Tour von Schweinfurt nach Verona zu machen, habe ich erst einmal auf Eis gelegt. Das soll mal ein Ziel für irgendwann mit meiner Frau zusammen sein.
Es sollte eine Tour sein, die es mir ermöglicht, ggf. schnell wieder zu Hause zu sein. Auf eine neue Tour hatte ich aber auch keine Lust. Also nachdenken über die schon gefahrenen Touren. Vom Naturerlebnis wäre der Oder- Neiße Radweg mein Favorit gewesen, fiel aber wegen der Überschwemmungen buchstäblich ins Wasser.
Alternative: Noch mal den Elberadweg von Bad Schandau nach Hamburg (wie schon 2005) und danach ......mal sehen.
Ausrüstung war alles vorhanden. Habe mir nun doch Low- Rider für die Federgabel gekauft. Mal sehen ob sie halten, was der Hersteller verspricht.

Los gehts.....






Tourtagebuch (16.8. - 23.8.2010)





  • 1. Etappe (Montag)


Strecke: Bad Schandau - Gohlis (bei Riesa)
Länge: 108 km
Übernachtung: Pension "Elbe- Rad- Station"
Von Gotha bis Bad Schandau mit dem Zug. Start in Bad Schandau 9:00.
Wegen Hochwasser musste ich viele Umwege fahren, die aber fast alle gut ausgeschildert sind.
Kurz nach Dresden dann die erste Reifenpanne.
Landschaftlich ist es das schönste Stück der Radtour.
Wetter wechselhaft, aber kein Regen.



  • 2.Etappe (Dienstag)


Strecke: Gohlis - Wittenberg
Länge: 115 km
Übernachtung: Privatzimmer
Wieder Umwege wegen Hochwasser, alle Fähren hatten ihren Betrieb eingestellt.
Der "offizielle" Radweg verläuft in diesem Abschnitt rechts der Elbe, war aber komplett gesperrt.
Auf der linken Seite fährt man meist auf Landstraßen. Ist aber auch ganz abwechslungsreich.
Leichter Dauerregen, unterbrochen von kurzen, aber heftigen Regenschauern.



  • 3. Etappe (Mittwoch)


Strecke: Wittenberg - Pretzien (15 km vor Magdeburg)
Länge: 85 km
Übernachtung: Pension Braun
Leicht bergige Strecke. Bewölkt, aber kein Regen.
Habe heute mehr Pausen gemacht und mir Wittenberg angesehen (Relaxtag).
Die Hochwasserlage entspannt sich, es sind nun wieder mehr Radwege freigegeben.
GPS- Logger funktioniert nicht mehr, hat wahrscheinlich am Dienstag die Regenschauer nicht vertragen.



  • 4. Etappe (Donnerstag)


Strecke: Pretzien - Tangermünde
Länge: 110 km
Übernachtung: Hotel "Sturm"
Strecke durch Magdeburg sehr gut ausgeschildert, was in Großstätten sonst eher die Ausnahme ist.
Hinter Magdeburg war streckenweise der Radweg überflutet. Da man ihn durch das Wasser aber noch erkennen konnte, bin ich durchgefahren. Gesamtstrecke dieser Stellen ca. 1km, Wassertiefe 30 -40 cm. Wasser hat zwar keine Balken, der Widerstand beim Durchfahren ist aber enorm und es schlaucht ganz schön. Die vorderen Packtaschen hingen z. T. im Wasser, haben aber trotzdem dicht gehalten.
Ganz großes Abenteuer.......aber vielleicht wurde das auch extra für die Touristen gemacht....
Sonst aber sehr schöne und vor allem abwechslungsreiche Strecke. Den ganzen Tag Sonnenschein und auch die Fähren fahren wieder.



  • 5. Etappe (Freitag)


Strecke: Tangermünde - Wittenberge
Länge: 90 km
Übernachtung: Hotel - Pension "Zur Elbaue"
Schöne Strecke und Sonnenschein. Ich fühle mich heute etwas schlapp.
Da Wittenberge (nicht zu verwechseln mit Wittenberg) ganz schön ist, hier also einen Ruhetag.



  • Ruhetag (Samstag)


Auf langen Touren muss man auch mal einen Erholungstag einzulegen.
Wann das ist, merkt man dann schon: Leistungsverlust, Abgespanntheit,
man muss sich zu jedem weiteren Kilometer überwinden. Hier weiterzufahren ist wenig sinnvoll.
Bei mir war es nach 5 Tagen (ca. 500 km) der Punkt gekommen.
Samstag also lange schlafen, kleine Radtour ohne Gepäck in die Umgebung, gut essen und entspannen (ich habe schließlich Urlaub).
Sonntag geht die Tour dann weiter.



  • 6. Etappe (Sonntag)


Strecke: Wittenberge - Bleckede
Länge: 120 km
Übernachtung: Pension "Lichtblick"
Habe mich heute verfahren. Daher ein Umweg von ca. 20 km. Aber nach dem Erholungstag und bei richtigem Sommerwetter kein Problem.
Der Radweg ist in diesem Bereich sehr gut ausgebaut (Bitumen, Beton). Die Strecke geht aber fast nur auf oder am Deich entlang. Das wird auf Dauer recht eintönig.
Hier kann man dann nur Kilometer machen.



  • 7. Etappe (Montag)


Strecke: Bleckede - Hamburg (Hauptbahnhof)
Länge: 85 km
Warum müssen sich manche Dinge wiederholen? Genau wie 2005 Dauerregen und starker Wind bis Hamburg.
Das letzte Stück des Radweges bis Hamburg besteht aus unbefestigten Feldwegen. Hier ist auch noch die Kette zweimal wegen verschlammter Schaltung vom Zahnkranz gesprungen. Ich habe nur noch geflucht.
Beschilderung in Hamburg sehr schlecht. Zum Glück wusste ich ungefähr, wo sich der Hauptbahnhof befindet.
Bin dann völlig durchnässt und verdreckt am Bahnhof in Hamburg angekommen. Stimmung am Tiefpunkt, habe keine Lust mehr weiterzufahren.
Da  die Wetterprognosen für den Norden keine Besserung versprachen, war die Tour hier zu Ende.
Bin dann mit dem Zug nach Hause gefahren.



Zusammenfassung




Eine schöne Tour, wie immer mit Höhen und Tiefen. Aber genau das macht es aus: Landschaften und Wetter erleben, Gespräche mit anderen Radlern und Neugierde.
Aber zweimal Elberadweg (2005, 2010)reicht dann auch.

Die Befestigungen der neuen Low- Rider haben den Belastungen standgehalten. Das war übrigens meine größte Sorge.
Die maßlos überteuerte Regenkleidung hat fast gehalten, was der Hersteller versprochen hat. Sie war im Prinzip wasserdicht und atmungsaktiv.
Sehr Gut: praktische Reißverschlüsse an den Beinen sorgen dafür, dass man die Hose auch mit Schuhen schnell überziehen kann. Der Schnitt ist perfekt( Jacke und Hose). Man kann sich sehr gut darin bewegen und trotzdem flattert es bei Wind kaum. Einem Dauerregen wie am letzten Tag, ist allerdings auch die beste Regenkleidung nicht  gewachsen.
Ehrlicherweise muss man aber auch zugeben, dass hier ein  Kompromiss zwischen Funktion (Wasserdicht, Atmungsaktiv) und Gewicht (plus Packmaß) gefunden werden musste.
Die Radkarten stammten noch von 2004. Seitdem hat sich einiges an der Radwegeführung geändert. Radkarten sollte man also ruhig alle paar Jahre mal neu kaufen.
Ansonsten war die Ausrüstung genau richtig. Nichts hat gefehlt, nichts war zuviel (reine Erfahrungswerte). Ich bin  stolz auf mich.

Schade, dass ich die Strecke nicht komplett mit dem GPS- Logger aufzeichnen konnte.

Tourdaten:

Streckenlänge:                                        713 km
Durchschnittliche Geschwindigkeit:     18,5 km/h
Duchschn. tägliche reine Fahrzeit:       5-6 Stunden
Reparaturen:                                           1 Reifenpanne vorn
Gesamt Kosten für Übernachtung:         206 € (inkl. Frühstück)
Fahrkarte nach Bad Schandau:              57 €
Fahrkarte nach Gotha:                           53 €

Erholungswert:                                        maximal