,,,,.....  Michael  Lindemann
 
            design by lindemann

Fotografie


Fotografieren ist für mich eine Art der Entschleunigung, ein bewussteres Sehen und Wahrnehmen von Momenten. Wenn der Kopf voll ist von E- Mails, Telefon, Beruf und ich nicht mehr abschalten kann gibt es nur eins: Kamera in die Hand und raus. 

In den letzten Jahren hatte ich ganz unterschiedliche Kameras und Ausrüstungen: Messsucher- Kameras, Spiegelreflexkameras, alle möglichen Objektive und alles analog und digital.
Um wieder bewusster zu fotografieren habe ich mir  die Fuji X100V gekauft. Die Festbrennweite (f2,0/ 28 mm, entspricht 35 mm Kleinbild) zwingt mich näher an das Objekt heranzugehen. Zusätzlich habe ich mir noch den Weitwinkelkonverter WCL- X100 zugelegt, um die Brennweite auf 19 mm also 28 mm Kleinbild zu reduzieren. Lichtstärke und Qualität ändern sich durch den Konverter nicht, da dieser speziell für das X100V Objektiv gerechnet wurde.

Die X100V bietet mir durch die haptisch sehr angenehmen mechanischen Einstellräder einen bewussteren Umgang mit Blende, Verschlusszeit und ISO- Einstellungen. Sie beherrscht außerdem Fokus- Stacking, welches bei Makroaufnahmen einen durchgängigen Schärfebereich ermöglicht.
Verschiedene Filmsimulationen (simuliert alte Analogfarbfilme) und die wirklich sehr guten Ergebnisse auch im JPG- Format kenne ich ja schon von anderen Fuji- Kameras, bei der X100V kommt noch dazu, dass sie unverschämt toll aussieht.


    













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Weiß

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Bunt

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Linien / Perspektiven


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Filmsimulationen auf der X100V

Wer sich intensiver mit Fotografie beschäftigt kennt die Unterschiede und Vor- /Nachteile von RAW und JPG  Dateien. Darum soll es hier nicht gehen.
Nur ganz kurz, was in der Kamera mit den Bildinformationen passiert:
Auch einfache Kameras nehmen grundsätzlich das Bild im RAW Format auf, wandeln es dann aber sofort in ein JPG um und speichern es auch so auf der Speicherkarte.
Meist sind vor der Bildaufnahme noch Einstellungen wie Landschaft, Porträt, Sport, Nahaufnahme und Weißabgleich möglich. Abhängig von diesen Einstellungen werden dann z.b. Blende und Belichtungszeit angepasst und bei der Umwandlung vom RAW in das JPG von der Kamerasoftware evt. noch Farbsättigung und Kontrast verändert. Heraus kommt dabei ein Standartbild, meist gut berechnet aber eben ein Durchschnittsbild. 
Hochwertigere und Profikameras speichern je nach Einstellung jedes Bild entweder im RAW- , im JPG- oder beiden Dateiformaten gleichzeitig. Auch wenn bei diesen Kameras die Einstellungen umfangreicher und feiner abzustufen sind, kommt im JPG- Format meist auch hier nur ein Standardbild raus. Das wirklich tolle Bild entsteht fast immer erst nachträglich am Rechner aus der RAW- Datei.

Um den Look analoger Filme im gleich aus der Kamera  im JPG-Format auszugeben sind bei Fujifilm- Kameras der X- Serie Filmsimulationen einstellbar. Dabei können je nach Kamera 14 verschiedene Filmsimulationen ausgewählt und bis zu 7 weitere eigene Looks konfiguriert werden.

Die Filmsimulationen waren einer der Gründe mich für die X100V zu entscheiden. Diese Funktion liefert JPG’s im Charme erfolgreicher analoger Filme von Fujifilm und Kodak.

Hier einige Vergleiche von einem neutralen Bild, welches die Kamera im Normalfall ausgibt und zwei Looks, welche ich erstellt habe. Diese Bilder wurden nicht nachträglich bearbeitet. Es sind JPG's direkt aus der Kamera. Die Aufnahmen entstanden jeweils als Bildserie von 3 Aufnahmen mit unterschiedlichen Filmsimulationen.

Neutral - neutrale Farben, knackscharf, aber eben auch etwas langweilig. Das was die Kamera als Standardbild ausgibt
Vintage - ein leichter Vintagelook, leichte Körnung, hoher Dynamikumfang, tiefere Schatten, stärkere Farben, 
Summer - keine Körnung, hoher Dynamikumfang, weiche, warme Farben, 


Zum Vergrößern die Bilder anklicken







Hier nun die Einstellungen in der X100V für die Looks Vintage und Summer. Die Parameter werden im Kameramenü in den Bildqualitätseinstellungen eingestellt und unter einem frei wählbaren Namen abgelegt. Zur Nutzung der Looks (Filmsimulationen) können diese vor der Aufnahme des Bildes im Quickmenü aufgerufen werden. Je nach Einstellung kann aber auch noch parallel ein Bild im RAW- Format gespeichert werden. Hier sind dann wirklich alle Informationen des Bildes gespeichert, sodass es nachträglich noch umfangreich bearbeitet werden kann. Die RAW Datei ist ja sozusagen das Negativ.

Vintage

Film Simulation: Classic Chrome

Grain Effect: Weak/Small

Color Chrome : Strong

Color Chrome FX Blue: Weak

White Balance : Kelvin 5200 Shift Red +1 Blue -6

D Range : 400

Tone Curve : Highlights -2 / Shadows +2

Color +2

Sharpness -1

Noise Reduction -4

Summer

Film Simulation: Classic Chrome

Grain Effect: Off

Color Chrome : Strong

Color Chrome FX Blue: Off

White Balance : Kelvin 7100 Shift Red -3 Blue -2

D Range : 400

Tone Curve : Highlights -2 / Shadows -2

Color +4

Sharpness 0

Noise Reduction -4


Im Internet sind noch viele weitere unterschiedliche Filmsimulationen zu finden. Bei einigen wird auch der Parameter Klarheit (Clarity) verändert.  Mit dieser Einstellung eher vorsichtig umgehen. Die Bilder werden dadurch wirklich klarer, die Kamera benötigt dafür aber enorm viel Rechenleistung. Es dauert daher länger, bis das Bild gespeichert ist. Serienbilder sind so oft nicht möglich. 

Die Angaben sind  nur Vorschläge, jeder kann hier selber mal testen, wie sich welcher Parameter auf das Bild auswirkt.



Konverterlinsen

Der Charme der X100V besteht ja auch darin, dass die Kamera eine Festbrennweite von 23 mm (ca.35 mm KB) hat. Für Landschafts- und Architekturfotografie währe aber eine Weitwinkel- und für Porträt- und Detailfotografie eine leichte  Telebrennweite ganz schön. Dafür gibt es für die X100V Weitwinkel- und Telekonverter. Der Weitwinkelkonverter WCL- X100 verkürzt die Brennweite auf 19 mm (ca. 28 mm KB), der Telekonverter TCL X100 erhöht die Brennweite auf 33 mm (ca. 50 mm KB). Beides sind Vorsatzlinsen, welche die Brennweite optisch verändern.
Die Vorsatzlinsen werden auf das Standardobjektiv (welches sich nicht entfernen lässt) geschraubt. Bei der 2. Linsengeneration erkennt die Kamera automatisch die verwendete Linse und stellt den optischen Sucher auf die neue Brennweite ein (Parallaxenausgleich). Vorsatzlinsen der ersten Generation können aber auch verwendet werden, hier muss die entsprechende Linse manuell eingestellt werden. Die optische Qualität ist bei beiden Generationen gleich, die Linsen der ersten Generation sind gebraucht deutlich preisgünstiger zu bekommen. Die Linsen sind von einer hervorragenden optischen Güte, sodass deren Verwendung keinen Einfluss auf die Bildqualität hat. Zwar ist das Auf- und Abschrauben deutlich umständlicher als die Verwendung eines Zoomobjektives, es entschleunigt aber  und macht die Fotografie bewusster. Jede der Linsen kostet ca. 280 €.

Einige Beispiele (zum Vergrößern in die Bilder klicken)



Weitwinkelkonverter WCL -X100  19 mm (28 mm KB)





Normalobjektiv (ohne Vorsatzlinse) 23 mm (35 mm KB)




Telekonverter TCL -X100 33 mm (50 mm KB)






Fokus Stacking


Bei Makroaufnahmen ist durch die Nähe des Objektiv zum Objekt die Schärfentiefe sehr gering, d.h. das bei Objekten, welche nicht flach sind oft nur ein geringer Teil scharf dargestellt werden kann. Zwar wird manchmal die geringe Schärfentiefe als gestalterisches Mittel bewusst eingesetzt, weitaus häufiger möchte man aber das Objekt über die gesamte Tiefe scharf darstellen.

Die Schärfentiefe hängt im Wesentlichen von 3 Faktoren ab: Blende, Brennweite des Objektivs und Abstand vom Objektiv zum Objekt. Bei einem definierten Objektiv (Brennweite) und dem bei Makroaufnahmen geringen Abstand zum Objekt bleibt auf physikalischer Ebene nur die Blende als Variable (hohe Blendenzahl = starkes Schließen der Blende = mehr Schärfentiefe).  Wegen des Effekts der Beugungsunschärfe (will ich hier nicht erklären, bitte mal im Internet nachlesen) sollte man aber die Blende nicht weiter als bis Wert f=8 schließen. Somit ist die Schärfentiefe wiederum meist zu gering.

Eine Lösung hierfür ist  das Fokus Stacking. Hier werden mehrere Bilder mit jeweils versetztem Fokuspunkt gemacht und dieser „Stapel“ zu einem Bild mit erhöhter Schärfentiefe verrechnet.
Dafür ist unbedingt ein Stativ notwendig, da dafür die exakt gleiche Ausrichtung der Kamera zum Objekt erhalten bleiben muss. Abhängig von der Tiefe des Objekts können so bis zu 50 Bilder und mehr notwendig sein. Dies händisch durchzuführen ist dann kaum noch möglich. Moderne Kameras (auch die Fuji X100V) haben daher ein Fokus Stacking Programm, in welchem Anzahl der Bilder, Abstufung der Fokuspunkte und Zeit zwischen den Aufnahmen eingestellt werden kann. Nach dem Auslösen schießt die Kamera  automatisch die entsprechenden Bilder mit den eingestellten Parametern. Das Verrechnen der einzelnen Bilder zu einem Gesamtbild erfolgt nicht in der Kamera, dafür benötigt man z.B. Adobe Photoshop, FOCUS Projekt 4 oder auch freie Software wie Picolay.
Folgend ein Beispiel, welche ich mit 50 Bildern erstellt habe.





zum Vergößern die Bilder anklicken






Fokus nur vorn

Blende f/8

Fokus nur hinten

Blende f/8

50 Bilder mit fortlaufendem Fokus

Stapel mit Bildbearbeitung zusammengesetzt